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 Schlusswort Ludwig Schmitt - Landesdelegiertentag 12.07.2008 Weinheim 
 
  Eine erfolgreiche Ära geht zu Ende
 
Ludwig SchmittLiebe IPA-Freunde, werte Ehrengäste, meine Damen und Herren!

Ich bedanke mich, auch im Namen der Vorstandskollegen, sehr herzlich für euer Vertrauen, das ihr mit der Entlastung ausgesprochen habt. Für uns ist euer Votum Bestätigung und Ansporn zugleich,

für den alten Vorstand Bestätigung für die in den zurückliegenden Jahren geleistete ehrenamtliche Arbeit
für den neuen Vorstand Ansporn, um zukunftsorientiert, d.h. auch unter Einbeziehung neuer Entwicklungen bei gleichzeitiger Beachtung von bewährten Grundsätzen die IPA-Lgr. BW in die Zukunft zu führen.
In diesem Sinne wird sich der neue Vorstand auch in den kommenden 3 Jahren bemühen. Der nächste bedeutende Termin ist der Nationale Kongress (NK) im September in Fulda. Die insgesamt 17 Delegierten unserer Landesgruppe sind dabei gefordert, Entscheidungen zu treffen, die den Weg der IPA in den nächsten Jahren bestimmen werden. Dies gilt nicht nur im Hinblick auf die Wahl des neuen Geschäftsführenden Bundesvorstand. Auch in den Bereichen der Mitgliederverwaltung, der Nutzung neuer Medien und Techniken, der Förderung der Gästehäuser oder der Intensivierung von Bildungs- und Fördermaßnahmen sind bedeutsame Entscheidungen zu treffen. Die Delegierten werden vom neuen Vorstand wie gewohnt rechtzeitig zu allen TOPen mit den notwendigen Hintergrundinformationen versorgt werden, damit sie als Vertretung der Landesgruppe BW aufmerksam, wenn notwendig auch kritisch, aber durchaus konstruktiv und kooperativ in den NK gehen!

Liebe Freunde, für mich persönlich ist dies nun nach 15jähriger Tätigkeit als Lgr.-Leiter das wirklich letzte Schlusswort. Bevor ich mich von euch verabschiede, sei mir noch ein kurzer Rückblick und eine letzte kleine und persönliche Bilanz gestattet.

Als ich am 15.05.1993 beim 13. Landesdelegiertentag in Mosbach gewählt wurde, trat ich mit dem Versprechen an, unsere Lgr. weiter voran zu bringen. Ich habe mich bemüht, diesem Versprechen in den letzten 15 Jahren gerecht zu werden. Ich möchte euch nun nicht mit einer Gesamtbilanz langweilen, aber doch auf einige Eckdaten kurz eingehen.
Die Lgr. hatte im Jahr 1993 eine Mitgliederstärke von rund 7200. Heute gehören unserer Lgr. rund 8200 Mitglieder an. Dies ist zwar nicht mehr der explosive Zuwachs der 70er und 80er Jahre, aber wenn man bedenkt, dass die Deutsche Sektion 1993 ca. 57 000 Mitglieder hatte und auch heute nur knapp darüber liegt, dann können wir sehr zufrieden sein.
Die Lgr. BW war in den letzten 15 Jahren stets ein verlässlicher und loyaler Partner der DS. Wir haben in dieser Zeit in Zusammenarbeit mit unseren mit unseren Vbst. mit nicht unerheblichem zeitlichen, personellen und finanziellen Aufwand 1 NK, 3 BV-Sitzungen, 4 GBV-Sitzungen, 3 Schulungs-VA der DS, 2 nationale Hallenfußballmeisterschaften und 6 Turniere der Lgr. sowie 2 Freundschaftstreffen der süd- und ostdeutschen Lgr.'en und 3 Großtreffen mit türkischen IPA-Gliederungen ausgerichtet.
Sehr viel Einsatz des gesamten GLV erforderten auch die großen Jubiläums-Veranstaltungen zum 40- und 50-jährigen Bestehen unserer Lgr.
Mit insgesamt 4 Schulungs-VA haben wir die Datensekretäre unserer Vbst.'en in die neue NDV eingewiesen.
Seit 1993 habe ich an mehr als 200 VA unserer Vbst. teilgenommen und mit vielen Besuchen haben wir die Kontakte zu unseren IPA-Nachbarn in der Schweiz, in Österreich und in Frankreich ebenso gepflegt, wie zu unserer Paten-Lgr. Sachsen.
Mit rund 50 Rundschreiben haben wir uns bemüht, die Vbst. umfassend zu informieren und die IPA-Arbeit transparent zu machen.
In einem guten und engen Kontakt mit der polizeilichen und politischen Führung unseres Landes konnten wir per Erlassregelung die Frage von Sonderurlaub für Seminarbesuche am IBZ ebenso erfolgreich regeln wie die Nutzung des dienstlichen Intranets für eigene Homepages der Vbst.

Mit diesen beispielhaften Daten will ich es bewenden lassen. Wenn ich mir heute die Frage stelle, was mich antrieb, ehrenamtlich für unsere Vereinigung zu wirken, dann war es in erster Linie der Leitgedanke der IPA - In Freundschaft dienen! Zunächst ist Freundschaft natürlich nur ein leeres Wort und erst der Umgang mit diesem Begriff und das Herz geben ihm seinen wertvollen Inhalt. In den vergangnen 15 Jahren habe ich bei all meinen Besuchen und Kontakten stets eine herzliche Aufnahme erfahren dürfen und viele ehrliche Freunde kennen und schätzen gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar!
Natürlich gab es in der IPA genau wie im privaten, dienstlichen oder anderen öffentlichen Bereichen auch Enttäuschungen.
Nur zwei Beispiele:
Es gab Eiferer und Neider, sog. IPA-Freunde, die mich nach meinem Engagement für die Wahl des jetzigen GBV bei dem NK 2005 aus der IPA ausschließen wollten - ich habe drei Jahre als Vizepräsident der DS in einem GBV gearbeitet, in dem IPA-Kollegen Freunde ein Arbeitsklima schufen, das mich sehr schnell wieder in den Schoß der Lgr. zurück trieb.
Diese Einzelfälle können aber die Gesamtbilanz nicht trüben. Ich bedauere keinen Tag der letzten 15 Jahre - wenn ich überhaupt etwas bedauere, dann sind es einige Dinge, die nicht waren - Visionen die nicht Realität wurden. Ein Beispiel: Schon 1997, in meiner Zeit als Vizepräsident der DS, kam ich zu der Überzeugung, dass es sinnvoll und notwendig ist, organisatorische Veränderungen in der Spitze der DS vorzunehmen. Wichtig erschien mir die Etablierung eines hauptamtlichen GS, angestellt von der DS, und die Schaffung eines dauerhaften Geschäftsstellensitzes - möglichst in einer IPA eigenen Immobilie.
Dies hätte wesentliche Vorteile:

langfristige Kosteneinsparungen
Arbeitsplatzsicherheit für Angestellte und GS
Kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten für BV- / GBV
Nutzung als Gästehaus
dauerhafter Gerichtssitz u.a.m.
Mehrfach wollte ich diesen Prozess in Gang bringen - bis heute leider vergeblich!! Vielleicht greifen künftige Funktionsträger diese Überlegungen doch noch auf. Gutes dauert manchmal eben länger! Ich blicke auf 15 schöne und ereignisreiche Jahre zurück, die ich nicht bereue, für die ich heute sehr dankbar bin und die ich gerne als positive Erinnerung mit in die kommenden Jahre nehmen werde.

Ich bedanke mich heute bei allen Freunden, die mit mir gemeinsam in den letzten 15 Jahren im GLV gewirkt haben. Es war stets eine sehr gute und vertrauensvolle Teamarbeit, die immer Freude gemacht hat.

Ich danke weiter allen Freunden und Vorständen aus dem Bereich unserer 32 Verbindungsstellen. Die gemeinsame Arbeit war stets geprägt von Freundschaft und Loyalität, was selbst in der IPA nicht immer selbstverständlich ist.

Außerhalb der Lgr. gilt mein herzlicher Dank den Kollegen und Freunden im GBV und im BV. Auch in der gemeinsamen Arbeit in diesen Gremien gilt, was ich im Zusammenwirken mit unseren Vbst. sagte.

Weiter danke ich an dieser Stelle den Menschen und Partnern außerhalb der DS. Dies gilt beispielhaft für unseren türkischen IPA-Freund Selim Demiröz, der uneigennützig und engagiert unsere Arbeit unterstützt hat.

Der Dank gilt aber auch der Leitung und den Mitarbeitern des IV-Verlages, die trotz unterschiedlicher Interessenlage stets um eine gute Zusammenarbeit bemüht waren und unseren Wünschen immer aufgeschlossen gegenüber standen.

Ein ganz großes Dankeschön möchte ich an dieser Stelle vor allem aber meiner Frau sagen. Ohne ihr Verständnis für meine ehrenamtliche Arbeit und ihre Geduld wären die letzten 15 Jahre sicher nicht so angenehm gewesen. Sie hat mich nicht nur gewähren lassen, sondern mich auch bei vielen Treffen und Terminen begleitet. Nur heute bat sie mich dafür um Verständnis, dass sie beim letzten offiziellen Auftritt nicht dabei ist und lieber am Gästeprogramm teilnimmt. Sie hat bei solchen Anlässen zu nahe am Wasser gebaut!

Sicher nimmt man nicht nur mit einem lachenden sondern auch einem weinenden Auge Abschied von einer schönen Zeit, aber glaubt mir: Das lachende Auge ist ein wenig größer! Denn neben den schönen Erinnerungen tragen mich in den kommenden Jahren zum einen ganz bestimmt die Erwartung, dass ich immer wieder bei verschiedenen Anlässen in der Zukunft gute Freunde treffen werde, zum anderen die Gewissheit mehr Zeit für die Familie und für die Dinge zu haben, die in den letzten Jahren etwas zu kurz gekommen sind.

Neben meinen Dank an alle bleibt mir heute nur noch, euch auch für die Zukunft alles Gute zu wünschen, vor allem Gesundheit und Freude an der euch selbst gestellten Aufgabe. Füllt die IPA mit Leben und erhaltet sie! Dies erfordert natürlich euer Engagement, eueren Verstand und Aufmerksamkeit, aber auch die Achtung vor den Leistungen eurer Vorgänger, also die Achtung von Traditionen. Ich habe beim 14. LDT in Bad Dürrheim schon vor zwölf Jahren gesagt, dass Tradition nicht das Aufbewahren von Asche bedeutet, sondern vielmehr die Verpflichtung ist, eine Flamme am Leben zu halten, ihr auch durch neue Impulse ständig Nahrung zu geben. Die Bewahrung der vorhandenen eigenen Identität der IPA und die gleichzeitige kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Vereinigung sind, so meine ich, die Symbiose, die eine erfolgreiche Zukunft für die IPA und damit auch für den Berufsstand Polizei sichert. Die IPA kann das Selbstbewusstsein der Polizei im Allgemeinen und ihrer Mitglieder im Besonderen nach innen und außen stärken.

Aber neben Engagement, Aufmerksamkeit und Verstand erfordert die IPA vor allem unser Herz und unsere Liebe - Liebe zur Sache, zu unserem Beruf und zu unseren Mitmenschen innerhalb und außerhalb der IPA. Wenn wir uns daran auch in Zukunft orientieren, braucht uns um den Fortbestand der IPA und um Arthur Troops Vermächtnis nicht Bange zu sein.

Ich möchte mit einem Zitat des französischen Philosophen und Mathematikers Blaise Pascal enden, das ich immer sehr gerne benutze. In seinem Werk "Logik des Herzens" schrieb er vor mehr als 300 Jahren den bemerkenswerten Satz: "Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand". Nehmt auch diesen Gedanken mit in die gemeinsame Arbeit der kommenden Jahre. Nur was man mit ein wenig Liebe macht, macht man auch gut!

Unser Gründer Arthur Troop hätte an dieser Stelle gesagt: "God bless you all!" - Dem ist nichts hinzuzufügen.

Vielen Dank für alles und Tschüss!!

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