Gegenwart und Zukunft - Wie ich es
sehe!
In Baden-Württemberg werden Zielsetzung und Aufgaben
der IPA im Sinne des Wahlspruchs vielerorts durch Verbindungsstellen
und eine Vielzahl engagierter Mitglieder vorbildlich
"begriffen, gelebt und erhalten".
Über diese Entwicklung dürfen wir uns freuen.
Wir sind uns ebenso darüber im klaren: Die IPA und ihre satzungsgebundenen
Ziele verdienen auch in Zukunft unseren bleibenden, manifestierten Respekt.
Dennoch muss man fragen: Bedarf es neuer Perspektiven und Ergänzungen?
Auch hört man immer häufiger kritische Fragen wie:
· "Ist die IPA nicht mehr das was sie einmal
war?"
· "Sind die Mitglieder wirklich an spruchsvoller
und leistungsunwilliger?"
· "Hat die Grundidee IPA des Jahres 1955 noch
Gültigkeit?"
Das Erreichte zu würdigen ist unser Recht. Reine
Selbstgefälligkeit aber wäre überheblich. Ich selbst
meine, so wie sich das Dasein unserer Vereinigung - und dies nicht nur
in Deutschland - gelegentlich zeigt, sind neue, zusätzliche Impulse
und Ideen nötig, die unser künftiges gemeinsames Wirken erweitern
und bestimmen. Vor allem gilt es, das Image, den Entwicklungsprozess
und den Anspruch, den unsere Vereinigung fordert, am gesellschaftlichen
Wandel zu orientieren. Es wird gemeinhin nicht mehr genügen, nur
Hergebrachtes und Bewährtes fortzuführen. Diese Forderung
war immerhin auch vor kurzem das Ergebnis der anspruchsvollen Forumsrunde
beim Jubiläum unserer nationalen Sektion im November 1995 in Goslar
zum Thema:
"40 Jahre IPA-Deutschland neue Wege zu größeren Zielen."
Blicken wir auch in unserer Landesgruppe
in die Zukunft!
Wir sollten unseren freiwilligen Dienst für die gute
Sache der IPA wegen gelegentlicher Vereinsmüdigkeit oder des scheinbaren
Fehlens einer "Kultur des freiwilligen Engagements" in unserem
jeweiligen Tätigkeitsfeld nicht einschränken. Hier mahne ich
Begeisterung und Zustimmung vieler Mitglieder an, im besonderen der
Jüngeren. Ich weiß sehr wohl, dass es mancherorts im Vereinsleben
an Faszination, Inspiration, Motivation und begeisterungsfähigen,
anziehenden Projekten fehlt. Mitarbeit im Vereinsleben wird häufig
unter der Relation "Leistung und Gegenleistung" gesehen. Nach
unseren Leitsätzen mit Begriffen wie"Dienen durch Freundschaft"
zu handeln, lässt sich eben nicht in tatenloser Mitgliedschaft
erschöpfen. Es bedarf eines Gemeinsinns als Kitt, als Zusammenhalt!
Die Ursachen teilweiser Müdigkeit sind sicherlich
vielschichtig. Zum einen sind es vielleicht das veränderte Lagebild
der Polizei, die Pflichten und Aufgaben, die Internationalisierung des
Verbrechens, der tägliche Stress mit häufiger Überforderung
des Einzelnen oder die zunehmende Technisierung. Zum anderen spielen
wahrscheinlich auch ein Wandel bisheriger Werte und andere Orientierungen
für das Leben, wie z.B. Lust nach Freizeit und Unabhängigkeit
eine Rolle! Begriffe wie "freizeitliche Kontrastprogramme zum Alltag,
körperliche Aktivität für das Image" u. a. m. sind
unserer heutigen Zeit entsprechend teils auch bei unseren Mitgliedern
"in".
Ich meine, wir sollten den Mut aufbringen, auch unerwünschte
Schritte anzugehen, um das zu erreichen, woraus wir letztlich den Nutzen
ziehen.
Wir müssen auch Angehörige der jüngeren Generation in
die Vorstände bringen und in unserer Arbeit vermehrt an die Öffentlichkeit
treten und medienwirksam tätig werden.
Wir müssen, ohne die manifestier ten Ziele der IPA
zu verlassen, erweiterte Handlungsbereiche erschließen. Dazu zählt
auch praktizierte Toleranz gegenüber den ausländischen Mitbürgern,
Eintreten für Minderheiten oder gezielte Hilfeleistungen im sozialen
Bereich, bei katastrophenartigen Ereignissen auch im Ausland. Es gibt
allemal Werte, die bedeutungsvollen Inhalt haben und für die sich
ein möglicher Einsatz auszahlt.
Wir sollten diese oder ähnliche Gedanken als Anregung
betrachten, bereden und bei Bedarf Entschlüsse fassen.
Merken wir uns:
Voraussetzungen für Expansion und Aufwärtsentwicklung
der IPA können erst dann stimmen, wenn wir weiter hin guten Willens
sind und die feste Überzeugung beibehalten, dass sich ein Engagement
für unsere Idee "Servo per amikeco"
lohnt.
Ich trete hierfür ein!
Der Landesgruppe Baden-Württemberg wünsche ich
ein herzliches Glück auf.